Posts mit dem Label Poesie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Poesie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 28. September 2012

Es geht voran

Hallo ihr Lieben
Wie ich auf euren Blogs gelesen habe habt ihr die letzten schönen Tage genutzt um einen Wiesn Besuch zu machen. Wie schön dass ihr soviel Spass hattet.
Ich habe das Oktoberfest eher in schlechter Erinnerung, das letzte Mal war ich 1980 dort als ich noch in München wohnte. Einen Tag später wurde dann die Bombe am Eingang gezündet. Eigentlich wollten wir auch Freitags gehen aber dann kam etwas dazwischen. Gott sei Dank! Seitdem war ich nicht mehr auf der Wiesn. Da wir ja Beide keinen Alkohol trinken wären wir da auch eher fehl am Platz.
Hier hat es den ganzen Tag gestürmt und geregnet, so richtiges Herbstwetter eben. Nicht mal unsere Hunde wollten raus.


Genau das richtige Wetter zum Bärenmachen! Mit einer guten Tasse Tee im gemütlichen Zimmer ist mir das Wetter draussen so ziemlich egal. Was im Sommer aufgrund der Temperaturen noch eher lästig war ist jetzt kuschelig und angenehm. Deswegen bin ich heute auch ein ganzes Stück bei meinem Eisbärenkopf weiter gekommen.

Zuerst habe ich fast 5 Stunden Alpakafasern in die nadelgefilzte Schnauze gerootet.



Ein recht aufwändiges Verfahren da die einzelnen Fasern aus dem Fell, ich nehme immer die Reststücke, gezogen und dann in kleinen Büscheln mit der Filznadel eingearbeitet werden. Aber es lohnt sich, das Ergebnis ist wirklich schön.



Nach dem rooten wurde die Schnauze noch einmal getrimmt und bemalt, dann konnte die Fimonase geformt und angepasst werden. Der Kleine (oder Große? immerhin wird er ca 50 cm) hat wieder eine Lippe aus echtem schwarzem Leder und kleine Zähnchen aus Fimo bekommen. Nun fehlt nur noch die Lederzunge, aber ich muss erst wieder ein weisses Leder rosa einfärben, mein Hund hatte das letzte Stück zum fressen gern...

Morgen geht es dann an die Tatzen, das wird einige Zeit in Anspruch nehmen da ich wieder unterfütterte Lederballen mache. Aber wie heisst es so schön: Gut Ding will Weile haben!
Mal sehen wie weit ich morgen komme.

Zum Schluss gibt es noch eines meiner Herbstgedichte

Herbstanfang
Schau, die ersten Blätter fallen,
treiben ihrem Tod entgegen
der Sommer ist nun fast zu Ende
und die Natur, sie rüstet sich
um auszuruhn,
vom vollen, prallen Sommerleben.

Ich liebe diese Jahreszeit!
Wälder erglühn in schönsten Tönen.
Man stellt sich Kürbisse ans Haus,
schneidet daraus Gesichter aus
und freut sich dran.
Der Wind fegt bald die Bäume leer,
zeigt mehr und mehr uns,
was er kann
und durch die Urgewalt der Stürme
hört man die alten Äste stöhnen.

Die schönen Wochen gehn zur Neige,
die Ernte ist schon eingefahren,
bald wird es regnerisch und kühl
und tief im Herzen möcht ich mir
die letzten, warmen Sonnenstrahlen
für kalte Tage aufbewahren.

 Ilse Simonides


Alles Liebe Ilse

Donnerstag, 21. Juni 2012

Noch ein Gedicht...

Ich wünsche Dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben !

Elli Michler
Aus: E.M., Dir zugedacht, Wunschgedichte, ©

Don Bosco Verlag, München, 20.Aufl. 2010

www.ellimichler.de
Herzlichen Dank an Elli Michlers Tochter für die Genehmigung

 

Mittwoch, 6. Juni 2012

zum Nachdenken

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien -
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit -
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen -
mehr Experten aber größere Probleme.

Wir rauchen und trinken zu viel -
lachen zu wenig, fahren zu schnell -
regen uns unnötig auf, sehen zu lange fern -
stehen zu müde auf, lesen zu wenig -
denken zu selten vor, halten keine Zwiesprache mehr.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht,
aber unsere Welt reduziert.
Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient,
aber nicht mehr wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt,
aber können wir den Jahren auch Leben geben?

Wir kommen zum Mond,
aber nicht mehr zu der Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert,
aber nicht den Raum in uns gefüllt.
Wir können Atome spalten,
aber nicht unsere Vorurteile.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist,
etwas darzustellen als wirklich etwas zu sein.

Wo moderne Technik einen Text wie diesen
in Windeseile in alle Welt tragen kann,
und wo Du die Wahl hast:
Etwas zu ändern ...
oder diesen Text ganz einfach wieder zu vergessen

Ich liebe dieses Gedicht nach George Carlin, einem amerikanischen Komiker, der es anlässlich des Todes seiner Frau verfasst hat